Samstag, 13. Juni 2009
18. Juni 2009 von lxxx


Die Band früher, die Band heute und ein Fan (Anm. d. SäzzerIn)
Viel zu früh…
… gefühlt jedenfalls, klingelt der Wecker an diesem sonnigen Samstagmorgen. Zwölf Uhr am Proberaum lautet die Verabredung, Auftritt schließlich um vier dann.
Nach einem schweißtreibenden Durchgang und einer halben Flasche Mezzo Mix geht’s zum kleinen Supermarkt gegenüber, um die Dinge zu erwerben, die man für einen gelungenen Konzertnachmittag so braucht: Capri, Nogger, Schokoriegel, weiße Schokolodade und ein kaltes Bier; alles das wird allerdings noch vor der Abfahrt direkt auf der Straße verbraucht.
Und dann los!
Während doX und ich mit dem Bandmobil vorliebnehmen, reisen die beiden Sunnyboys M und fm standesgemäß im Erdbeerkorb.
Am Turm…
… werden wir von Veranstaltern, Brüdern und Freundinnen schon erwartet. Erste Station – wie immer – der Bierstand, an dem allerdings die zuvorkommende Freundlichkeit des Personals kaum über den Geschmack des Biers hinwegtäuschen kann. fm bemerkt treffend, daß der Gashahn offensichtlich aus Political Correctness zu bleibt.
Die erste Band spielt bereits, allerdings bekomme ich davon nicht das geringste mit.
CenterMyself heizen dem Publikum ordentlich ein, die Massen toben – so muß es der Band jedenfalls vorkommen, ich allerdings sehe nur einen Haufen sich im Gras lümmelnder Zuschauer, die so überhaupt keine Lust auf Partyspielchen haben. Zum Glück(?) erbarmen sich nach unzähligen Aufforderungen wenigstens die Bratwurstgriller und legen vor der Bühne eine Tanzeinlage ein, die etwa nullkommazweivier Sekunden dauert – immerhin!
Die Fehlgeleiteten (1)
Howdy, Raudie (ein lustiger Wortspiel mit sein Name) trifft mit knapp vierstündiger Verspätung aber gerade noch rechtzeitig ein: wir stehen bepackt wie die Esel auf den Startblöcken und warten auf das Signal. Dann geht alles blitzschnell, also beinahe, denn von links ertönt immer wieder und mit zunehmender Genervtheit der Ruf: “Ich bin noch nicht fertig!”
Tick – Tick – Tick – Tick
Vorstadt… Der Bühnensound muß nachjustiert werden; also Volumen-Poti nach rechts…
Ja, es macht Spaß und geht ordentlich nach vorne, und manch einer der Graslümmler nickt sogar fast merklich mit dem Kopf oder wippt mit dem Fuß. Wir hingegen werden von M an der Batterie ordentlich und in großartigster Weise durchs Programm gescheucht.
Schneller als man spielen kann, ist alles schon wieder vorbei. ‘Bühne frei machen’ lautet die Devise, denn der Zeitplan ist eng.
Die Fehlgeleiteten (2)
Streßresistenz ist wohl das Stichwort, das mir am besten gefallen hat oder vielleicht doch die Ansagen, beziehungsweise Danksagungen? Ich enthalte mich jedenfalls jedes weiteren Kommentars und hole mir lieber zu Hause einen runter als auf der Bühne…
Das Wertmarkenfiasko
Menden ruft und der Briefumschlag mit den Lebensmittelkarten ist noch fast voll, also Mund auf, Augen zu…
Die Fehlgeleiteten (3)
Zuviel Gequatsche, zu volle Blasen und deutlich zu langsame Autofahrer sind wohl die Gründe dafür, daß wir mal gepflegt über Herne nach Hause fahren. Dennoch klappt alles irgendwie trotzdem, und wir stehen irgendwann so gegen sieben an einer Tankstelle in Menden. Capri, irgend so’n anderes Eis und etwas Ekliges sind schnell gekauft. Und wenn ich gewußt hätte, daß es eine geschlagene halbe Stunde dauern würde, nach dem Weg zu fragen, hätte das obligatorische Bier sicher nicht gefehlt.
E-Musik
Gästeliste heißt doch Gästeliste, weil… – aber lassen wir das… Ich staune jedenfalls nicht schlecht und bringe den in mir aufsteigenden Lachkrampf gerade noch so unter Kontrolle, als der kleine blonde Musikschüler sein Programm beginnt. Nicht daß er schlecht wäre, irritierend ist vielmehr die Situation. Man stelle sich ein winziges Theater vor, besetzt mit Kulturprekariat allererster Güte, das mit heruntergezogenen Mundwinkeln und bedeutungsschwangeren Gesten andächtig belanglosem Baßgewichse lauscht und dabei ein Gesicht aufsetzt, als würde der große Johann Sebastian höchstpersönlich sein Wohltemperiertes Klavier zur Aufführung bringen.
Glücklicherweise nimmt alles ein schnelles, wenngleich nicht ganz schmerzloses Ende.
Dead Letter Office treten an und gefallen mehr als nur gut, zumindest DoX, Patr… ääh Florian und mir und der älteren Dame hinter uns; ach ja, und dem Typen, dessen Musikstil genau getroffen wurde. Der Pöbel jedoch macht mal richtig böse Miene zum guten Spiel.
Den Top-Act ersparen wir uns, trinken noch ein Letztes und machen uns wieder auf die Reise.
Ausklang
Während M irgendwo in Essen vor einer Großraumdisko steht und mit dem Türsteher über Hosenmode diskutiert, sitzen doX, P und ich nach einer unglaublichen Odyssee durch Iserlohn in einer wohlbekannten Schwerter Kneipe und gibbeln müde aber glücklich vor uns hin. Die mittlerweile fünfte Biersorte des Tages will mir so recht nicht mehr schmecken, irgendwie aber würge ich mein Getränk hinunter, bevor wir endlich aufbrechen zur vorletzten Fahrt in dieser Nacht.
Wir beglücken Ps Eltern um zwei noch mit einem Überraschungsbesuch, erzählen viel, lachen um so mehr und trinken noch zwei Letzte.
Draußen ist es hell, und die Vögel zwitschern unermüdlich, als ich endlich im Bett liege und den Tag Revue passieren lasse: ‘großartig’ ist nicht nur ein großartiges Wort…


Am 19. Juni 2009 um 13:02 Uhr
yeah mein pic ;D auf eurer seite was ne freude