13. Januar 2010
Donnerstag, den 14. Januar 2010 von lxxxWir sind im Recall – und alle so yeah!
Aber von vorn. Zuerst fm, dann Timmi und zuletzt M. abholen und ab auf die A40. Vier Export und gehörigen Blasendruck später treffen wir in der Kulturhauptstadt ein und werden äußerst herzlich in Empfang genommen. Auspacken, Aufbauen, Soundcheck, während die Boys schonmal Zwiebeln holen, weil alle so hungrig sind. Als Verdauerli und zur Entspannung vom harten Band-Alltag Psychotests aus unserer Lieblingszeitschrift, und dann geht es auch schon los.
Dennis Losch stellt gleichsam herzerwärmend und stilsicher unter Beweis, daß man es mit einem solchen Vornamen nicht zwangsläufig nur im Prekariats-Fernsehen zu etwas bringen kann – großartig, ganz ehrlich!
Isabel und Christian schlagen dann eher die ganz leisen Töne an, während das Intensitäts-Barometer neben mir mehrfach auf Maximum geht. Aber nicht nur die offene und ehrliche Art der beiden kann überzeugen, sie begeistern geradezu mit einem liebevoll gestalteten Programm-Zettel, der nicht nur die Titel der Songs, sondern auch entsprechende Erläuterungen enthält. Das was eventuell unklar bleiben könnte, wird prompt in die Ansage einegarbeitet, so daß wirklich kaum Wünsche offen bleiben.
Von der Atmosphäre offensichtlich völlig überwältigt verlassen einige Besucher schon zu dieser frühen Stunde die Location, denn alles, was folgen könnte, würde im Angesicht der Sakrosanz des soeben Erlebten nur fahl und matt erscheinen.
Und dennoch muß die Show weitergehen, und showreif sollte es wirklich werden: die vier Typen umschiffen in ihrer Möchtegern-Punk-Attitude gekonnt jeden auch nur halbwegs richtigen Ton, was das Publikum nicht nur zu Entgleisungen der Gesichtszüge, sondern auch zu solchen verbaler Natur nötigt. Beinahe jeder Song ein richtiger Brüller, der Erinnerungen an eine Zeit wachruft, in der man auf die Bühne gehen konnte, ohne auch nur den Anflug von Musikalität oder gar Talent zu besitzen.
So können bloß die beiden folgenden Spontan-Auftritte haarscharf Zuhörers Abend retten, der einigermaßen gehetzt und pünktlich zu Ende geht.
Wir stehen noch draußen und diskutieren ergebnislos über die weitere Gestaltung des Abends, machen zwei Zwischenstops gegen Durst und erneut aufkeimenden Hunger und reiten der aufgehenden Sonne entgegen, als sich schließlich die leise Gewißheit einstellt, daß es in Wahrheit so gar nicht war…










