Freitag, 29. September 2006
Freitag, den 29. September 2006 von lxxxODER? SPEZIAL – unser Betriebsausflug jetzt auch in Farbe
Um halb acht Treffen bei fm; der muß noch austrinken, und dann geht’s los. Über die 1, die 45, die 44 und so weiter in die Ruhr-Metropole Hattingen, dem Stammsitz des Mörders des Kämmerers der heiligen drei Könige und der elftausend Jungfrauen – aber das ist eine andere Geschichte…
Die Fahrt gestaltet sich wenig spektakulär, deshalb gleich zur Sache: in der Bahnhofstraße erwartet uns ein bestens gelaunter Pulk von
Halbstarken, der nur durch den selbstlosen Einsatz zweier Sozialwächter unter Kontrolle zu halten ist. Wir dürfen allerdings unbehelligt
passieren.
Schon an der Eintrittskasse wird klar, daß in Hattingen ein anderer Umgang mit Zahlen herrscht, als wir es gewohnt sind. fm läßt sich
davon nicht beirren und besteht darauf, daß 50 minus 12 im weitaus größten Teil der Welt 38 und nicht 37 ergibt.
Beim Betreten laufen wir unseren Zielpersonen direkt in die Arme: erst Axel, dann Bernd, kurze Zeit später Bodo; nur Mathias ist nicht zu sehen. Nach einer herzlichen Begrüßung hole ich erst einmal Getränke – das nette Mädchen an der Theke hat sich offensichtlich verrechnet, denn das Rückgeld stimmt.
Lost Damage spielen bereits – eine amüsante Mischung aus new und old Metal – und vor der Bühne werden fleißig heads gebangt.
Gegen halb neun ist es dann soweit: nach viermonatigem Hafenaufenthalt sticht die Spandau endlich wieder in See. Axel gibt sich in seiner modernen Interpretation des Käptn Ahab alle Mühe das Gleichgewicht zu halten, während die drei anderen Matrosen das Schiff mal mehr, mal weniger mühelos auf Kurs halten. Trotz geringfügiger Navigationsfehler erreichen wir nach einer leider recht kurzen Rundfahrt wieder den sicheren Hafen.
Zwischenzeitlich versuchen die Thekenmädels Semmel um den obligatorischen Hattinger Euro zu bringen, aber auch diesmal ohne Erfolg. fm hingegen schlägt zurück und bemüht sich seinerseits, den Hattinger headbangern seinen alten Verzerrer anzudrehen. Dieses Unternehmen scheitert allerdings kläglich, und zwar nicht am kleinen Einmaleins, sondern an der Geschäftsfähigkeit der Interessenten.
Phoney 14 treten an und können in diesem Heimspiel, das wir aus der Ferne beobachten, überzeugen.
22.21 Uhr: die Folgen der Hattinger Arithmetik sind fatal: 96 Flaschen Bier hören sich eben nur nach viel an! Es droht, ein trauriger Restabend zu werden, aber glücklicherweise täuschen wir uns.
Nachdem der Saal sich geleert hat, ziehen wir in den ersten Stock um, der mit Teestuben-Charme zu glänzen weiß – aber eben Teestuben- und nicht Bierstuben-Charme. Axel und ich sind so verzweifelt, daß wir uns, um Schlimmeres zu verhindern, im Armdrücken messen. Irgendwann einigen wir uns auf ein Unentschieden, als plötzlich Mathias mit neuem Bier auftaucht. Der Abend ist gerettet!
Die Stimmung steigt merklich, zumal im Kühlschrank zwei ganze Kisten darauf warten, getrunken zu werden. Irgendwo zwischen »das stand inne Bildzeitung drinne«, Mathias’ und Bodos Versuch, eine zickige Kaffeemaschine von ihrer eigentlichen Aufgabe zu überzeugen und den Klängen einer Heimorgel, auf der uns Axel das süßeste Abschiedslied spielt, das wir je gehört haben, endet schließlich
auch dieser schöne Abend.
Auf der Straße, kurz vor unserer Abfahrt, spielen sich wie immer herzzerreißende Szenen ab.
Jungs, bis zum nächsten Mal dann…




Raum: wird nicht gestrichen!
Wanker’s: lassen wir links liegen und gönnen uns stattdessen
königliche Vollwertkost








